Düsselblume

Gärtnern und was mich sonst noch so interessiert...

Sonntag, 29. Januar 2012

Winterschnitt an Obstgehölzen

Warum überhaupt schneiden ist eigentlich die Frage?
Ich bin ein Verfechter des natürlichen Wachstums und finde immer den natürlichen Wuchs am schönsten und glaube, daß es da ein Gleichgewicht gibt, welches die eigentliche Schönheit zeigt und von innen angelegt ist.

Geschnitten werden muß laut Jutta deshalb, weil die Bäume im Inneren verholzen würden und nur noch im äußeren Bereich, wie eine Decke über der Krone des Baumes, Grün und Früchte tragen würden. Auch würden sie sehr viel schneller vergreisen und würden aus diesem Grund irgendwann sehr viele kleine Äpfel produzieren, um noch eine große Chance auf Nachkommen zu erwirken.

Auch werden die Obstbäume auf eine ganz anderen Unterlage veredelt, d.h. es kann sein, daß ein Apfelreiser auf einen Quittenstamm gepfropft ist. So gibt es sogar die Möglichkeit verschiedene Reiser auf eine Unterlage zu pfropfen und verschiedene Apfelsorten auf ein und dem selben Baum zu haben.
Somit ist es mit dem natürlichen Wuchs nichts mehr.

Inzwischen gibt es einige Gärtnereien, die auch wurzelechte Obstbäume verkaufen. Zum Beispiel Ahornblatt-Garten.

Jutta, unsere Baumschnitt-Lehrerin, hält sehr viel mehr vom Sommerschnitt, da die Schnittstellen am Baum dann viel besser verheilen.

Walnüsse würde sie nur im August schneiden.
Kernobst würde sie während der Ernte schneiden, so daß man die Äste von Kirschen z.B. dann am Boden liegend beernten kann.

Äpfel und Birnen, die schon älter sind und deren Wachstum man stoppen will, würde sie auch im Sommer schneiden. Man nimmt ihnen die Blattmasse und so die Möglichkeit, mehr Kraft für weiteren Austrieb zu entwickeln.

Beim Winterschnitt regt man das Wachstum an, man macht ihn also an jungen Bäumen

Von einem Mitteltrieb, der nach oben zeigt; gehen drei bis vier Leitäste ab, die im 45 Grad-Winkel seitlich nach oben zeigen sollen. Diese Leitäste alle werden ungefähr in der gleichen Höhe abgeschnitten, damit die Äste in einer Saft-Waage sind. Die äußeren Enden schneidet man über einer Knospe, welche am Ast nach außen zeigt .Von den Leitästen gehen möglichst waagerecht die Fruchtäste ab.
Die mittlere Spitze soll so viel höher sein, daß dann ein Winkel von 60 Grad  zu den tiefer liegenden Leitästen entsteht.

Während des Jahres sollte man Wasserreiser (aufpassen, daß es keine Fruchttriebe sind), die nach oben zeigen, mit der Hand abreißen, damit dadurch der Ring um die Reiser zerstört wird. Denn in diesem befinden sich viele Augen, aus denen dann sehr viele neue Reiser sprießen würden.

Wir haben noch Nachbesserungen an einem Birnbaum vorgenommen, den wir im Kurs "Sommerschnitt an Obstgehölzen" zurechtgestutzt haben.

Der junge Apfelbaum, den Jutta für die diesjährige Praxis ausersehen hatte, wurde leider ringsherum am Stamm von Kaninchen angenagt. Da das Wasser direkt unter der Borke nach oben transportiert wird, bedeutet dies, daß der Baum sehr wahrscheinlich nicht überleben wird.

Als Vorbeugung ist es wichtig, den Stamm im unteren Bereich relativ hoch mit Draht zu umgeben. Auch sollte man zum Schutz die beim Winterschnitt anfallenden Äste um die Bäume legen, weil die Kaninchen dann zuerst an diesen nagen.

So haben wir einen anderen Baum bearbeitet, der wohl schon ca. 15 Jahre alt war, aber vom Holz her noch nicht sehr stark gewachsen. An dem könnten wir nicht mehr viel falsch machen, meinte Jutta ;-)

Mit viel Diskussionen über jeden Ast und jede Stelle wurde der Baum dann zurecht geschnitten.


Vorher:
 





Nachher:





Ist das nicht ein hübscher kleiner Baum?


Fazit: Es sind noch einige Kurse mit Jutta nötig, damit man wirklich ein Gefühl für einen sinnvollen Baumschnitt entwickelt :-)

Freitag, 27. Januar 2012

Winter in der Stadt










blühende Mahonie vor einem Baumhasel-Stamm




Die Mahonie hat blau-schwarze Beeren. In diesem Jahr habe ich erfahren, daß sie auch eßbar sind und viel Vitamin C enthalten.

Liebe Grüße sendet euch Anke

link: Wikipedia zu Mahonie

Mittwoch, 25. Januar 2012

Neuland Köln - die Ideen von Architektur-Studenten für das Gelände der ehemaligen Dombrauerei

Gestern haben verschiedene kleine Gruppen von Architektur-Studenten der FH Köln ihr Konzepte für das Gelände Neuland im Stadtteil Bayenthal im Kölner Süden vorgestellt.

Auf dem Foto unten ist nur die eine Hälfte des riesigen Geländes zu sehen.




Drei Gruppen von Studenten mit ganz unterschiedlichem Ansatz haben die Ideen, die vor einigen Wochen aus der Bevölkerung gesammelt wurden, in Plänen und Modellen umgesetzt.

In einem Modell wurden Waggons auf Schienen entlang eines fächerartigen Wegenetzes genutzt, um eine Beförderung in die hinteren Bereiche des Geländes zu ermöglichen.
In einem anderen Modell gab es eine besondere Ruhezone innerhalb von Blumenbeeten.
Spielzonen für Kinder lagen z.B. an einem flachen Teich.




Besonders gefallen haben mir die Ideen, die Schwerkraft des Wassers durch Wassertürme für die Bewässerung der Pflanzen zu nutzen und Windräder aufzustellen, um Strom zu erzeugen.

Auch fand ich es sinnvoll, einen Teil der Fläche ungenutzt zu lassen, damit später dazukommende Menschen mit Ideen dort einen Raum haben, um diese zu verwirklichen.

In allen Modellen gab es einen großen Café- und Küchenbereich, einen Bereich für die Kompostierung und sehr viel Fläche für die Palettenhochbeete.

Hühnerhaltung war eine der beliebtesten Ideen, die auch in allen drei Entwürfen eingeplant war.

In den nächsten Wochen werden die Ideen ausgewertet und dann entschieden, was in die Realität umgesetzt wird.

Bild unten: Meera (hier auf einer Europaletten-Bank) war auch dabei. Sie plant ein großes Permakultur-Projekt in und um das Dorf Düssel und sucht dafür noch abenteuerlustige, permakultur-begeisterte Menschen...



Liebe Grüße sendet euch Düsselblume

link: Neuland-Köln, Bericht über die FH-Präsentation

die Transition Town-Bewegung

Auf der ganzen Welt fangen die Menschen an, den Wandel, den sie gerne sehen möchten, selber in die Hand zu nehmen.

Dabei geht es auch darum, sich in der Form selbst zu ermächtigen, daß man sich das Wissen wieder aneignet, welches einem durch die Industrie-Gesellschaft abhanden gekommen ist.
Wie baut man Salat an? Wie näht man aus alten Anziehsachen etwas praktisches neues? Wie macht man Obst für den Winter haltbar?

Dabei hat diese Graswurzelbewegung ganz viel Freude. Es entsteht eine neue Form von Gemeinschaft unter den Menschen.

Einen Anstoß zu dieser Bewegung in Form der Transition Town Bewegung hat Rob Hopkins gegeben, dem klar wurde, daß das Ende des Erdöl-Zeitalters abzusehen ist. Er hat in dem kleinen Ort Totnes in England Permakultur-Kurse und Vorträge abgehalten, die ganz schnell zu einer breiten Bewegung in der Bevölkerung geführt haben.

Er hat ein Buch mit dem Titel "ENERGIEWENDE - DAS HANDBUCH - Anleitung für zukunftsfähige Lebensweisen" geschrieben.

Ganz besonderer Wert wird in dieser Bewegung auf Resilienz gelegt. Dies ist ein Ausdruck für Widerstandfähigkeit, die Städte, Orte und Menschen gegenüber den Schwankungen äußerer Einflüsse entwickeln können.

Hier ist ein Film über die Transition Bewegung in England:



Um 15 Uhr trifft sich an jedem 1. Sonntag im Monat eine Transition Initiative in Düsseldorf.

Außerdem findet einmal im Monat ein Treffen für Neugierige statt, die sich informieren wollen.

Näheres über Ort und Zeit findet man auf der Seite http://www.tt-duesseldorf.de/

Auch in Köln, Wuppertal, Essen und Krefeld gibt es Initiativen, die sich über neue Leute freuen. 

In Deutschland sind die verschiedenen Transitions Initiativen u.a. auf der Seite
http://www.transition-initiativen.de/ vernetzt.

Sonntag, 22. Januar 2012

kleiner Einblick in den Bau von Paletten-Hochbeeten

Vor einer Woche war ich bei einer Aktion der Leute dabei, die in Köln das ehemalige Gelände der Dombrauerei in diesem Jahr u.a. für urbanes Gärtnern benutzen wollen.


Hier ein link zu dem Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Dombrauerei:
Neuland Köln


Für dieses Gärtnern werden ca. 200 transportable Hochbeete gebraucht. Und so werden eine ganze Menge Paletten dazu umgebaut und umfunktioniert.



...gegen Abend: das Gelände der Schreinerei StadtwaldHolz, die nur
Holz verwendet, das in Köln gewachsen ist...


Auf dem Gelände der Schreinerei StadtwaldHolz ganz in der Nähe der riesigen Dombrauerei-Brache Neuland waren viele nette kreative Leute jeden Alters mit Akku-Schraubern, Bohrmaschinen, Flex und Hämmern bewaffnet.... (meine Berichte sind ja meist etwas menschenleer, weil ich nicht weiß, ob die Leute was dagegen haben, im Internet gezeigt zu werden)





...hier werden die herausstehenden Nägel
von den Palettenteilen entfernt...


Auf den Paletten, die nicht chemisch behandelt sind, findet man einen Stempel in Form einer Ähre.





















...fertige Palettenhochbeete. Man kann relativ viel Erde
reintun, damit man nicht so oft gießen muß...

Die kurzen Seiten der fertigen Hochbeete sollen etwas höher sein, damit man sie schon früh im Jahr mit Folie versehen, als Früh- und Anzuchtbeete nutzen kann und sie auch als Gerüst zum spannen von Kordel für Kletterpflanzen nutzen kann...











Freitag, 20. Januar 2012

Winterjasmin - fnnf 3/2012


Viele schöne Eindrücke aus der Natur findet man im
grünen Himmel
im Projekt faszinierend natürlich - natürlich faszinierend





In diesem Jahr begegnet mir der Winter-Jasmin an vielen verschiedenen Orten.

Hier ist ein Bild von meinem Lieblings-Winterjasmin:








Eigentlich ist das ja auch ein phänologischer Anzeiger...
(link zur Phänologie)
...denn er blüht ja im Winter.


Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht euch 

Anke

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